Zimmerpflanzen

Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima)

Beschreibung: Der Weihnachtsstern gehört zur Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) und wird in seiner mittel- und südamerikanischen Heimat ein bis zu gut 5 m größer Strauch.Die bunten blütenartigen Hochblätter (Brakteen) sind übrigens keine Blüten. Letztere sind grün mit gelbem Rand, klein, recht unscheinbar und sitzen im Zentrum der Brakteen. An ihrem Heimatstandort blühen ältere Weihnachtssterne mit vielen Verzweigungen mehr oder minder das ganze Jahr über. In unseren Breiten werden sie aber so gezüchtet, daß sie um die Weihnachtszeit zur Blüte kommen. Weihnachtssterne sind sogenannte Kurztagspflanzen, die nur dann blühen, wenn sie nicht mehr als 12 Stunden Licht abbekommen. In Mitteleuropa wird ab ungefähr Oktober die Nachtruhe künstlich mit schwarzen Folien auf mindestens 12 Stunden verlängert, so daß pünktlich zum Advent die Pflanzen farbige Brakteen ansetzen. Durch Anwendung dieser Technik kann man Weihnachtssterne aber auch zu jeder beliebigen anderen Jahreszeit zur Blüte bringen.

Oft werden die Weihnachtssterne nach Weihnachten achtlos in den Mülleimer geworfen, obwohl es sich nicht um einjährige Pflanzen handelt. Mehrjährige Kultur ist sehr einfach möglich, wenn man sie im Frühjahr (März bis April) zurückschneidet und in frisches Substrat umtopft. Im Sommer stellt man sie dann vorzugsweise ins Freie. Die Blüteninduktion kann man bei kleineren Pflanzen im Herbst dann sehr leicht durch tägliches Abdecken mit einem lichtdichten Eimer o.ä. erzwingen. Oft genug fangen die Pflanzen aber auch ohne künstliche Maßnahmen von selbst an zu blühen, meistens dann aber nicht pünktlich zum 1. Advent.

Wasser: Euphorbia pulcherrima benötigt nur wenig Wasser. Das Substrat sollte wirklich nur leicht feucht sein. Wenn man den Finger in das Substrat bohrt und dabei schon Nässe spürt, ist es deutlich zu nass. Häufigster Pflegefehler ist zu häufiges und zu reichliches Gießen. Insbesondere vertragen Weihnachtssterne keine Staunässe. Gelbwerden der Blätter und Absterben der Pflanze wäre die Folge. Sehr gut funktioniert die Tauchmethode, bei der der Wurzelballen solange in Wasser getaucht wird, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Danach läßt man das überschüssige Wasser mehrere Minuten lang ablaufen und stellt dann die Pflanze erst wieder in den Übertopf. Das nächste Mal getaucht wird erst, wenn das Substrat ziemlich trocken geworden ist, je nach Umgebungsbedingungen mitunter nach mehr als einer Woche.

Licht: Ein heller, gern auch sonniger Standort ist ideal. Auch Halbschatten wird toleriert, sofern die Temperatur nicht zu hoch ist.

Temperatur: Während der Blüte sollten es zwischen 15 und 22 °C sein. Bei zu hohen Temperaturen und zu wenig Licht (Euphorbia mag am liebsten tropische Sonne!) vergeilt die Pflanze und bekommt gelbe Blätter.

Düngung: Während der Blütezeit und immer dann, wenn die Pflanze wächst, ein- bis zweimal pro Woche mit einem beliebigen Volldünger, der nach Herstellervorschrift angesetzt wird.

Vermehrung: Meistens durch Stecklinge. Die Vermehrung ist aber nur fortgeschrittenen Pflanzenliebhabern zu empfehlen. Zudem sind Weihnachtssterne im Handel für wenig Geld erhältlich

Sonstiges: Beim Kauf sollten Sie darauf achten, daß die eigentlichen Blüten in der Mitte noch nicht abgefallen sind. Nur dann haben Sie noch längere Zeit Spaß an den farbigen Brakteen.

Da Euphorbia pulcherrima zu den Wolfsmilchgewächsen gehört, ist die Pflanze insgesamt leicht giftig. Jedoch ist, sofern der Nachwuchs wirklich mal in die Pflanze beißt, nicht gleich mit dem Schlimmsten zu rechnen. Zu viel mehr als Übelkeit oder einer Magenverstimmung ist der Weihnachtsstern wohl kaum in der Lage.

Amaryllis (Hippeastrum, Ritterstern)

Beschreibung: Hippeastrum, umgangssprachlich Ritterstern oder eigentlich falsch Amaryllis genannt, ist eine als Zimmerpflanze weit verbreitete Zwiebelpflanze und gehört zur Familie der Amaryllidaceae (Amaryllisgewächse). Um die Verwirrung komplett zu machen, nennt man die echte Amaryllis (Amaryllis belladonna), die zur gleichen Familie gehört, umgangssprachlich Belladonnalilie. Die Heimat von Hippeastrum liegt in Südamerika in Zonen mit ausgeprägten Trockenzeiten, während Amaryllis belladonna in Südafrika beheimatet ist. Auffallend sind die meistens ein bis zwei Blütenschäfte, die mit 3 oder 4 großen Blüten besetzt sind. Die am meisten bekannte Sorte blüht scharlachrot, es gibt aber auch welche mit weißen oder rosa Blüten bzw. allen Farben dazwischen und zudem unzählige Kreuzungen, die sich durch Zweifarbigkeit (gestreift, gesprenkelt oder andersfarbiger Blütengrund) auszeichnen.

Bei Hippeastrum muß man drei Vegetationsphasen unterscheiden: Die Blühphase (Winter), die Wachstumsphase (Frühjahr/Sommer) und die Ruhephase (Herbst). Entsprechend diesen Phasen muß man die richtigen Kulturbedingungen bereitstellen. Der Ritterstern wird im Winter im Zimmer und im Frühjahr/Sommer im Freien kultiviert, während im Herbst der dunkle Keller ein geeigneter Ort ist. Wird er nach der Blüte nicht weitergepflegt, wird er in der darauffolgenden Saison nicht wieder blühen.

Wasser: Als Zwiebelpflanze benötigt der Ritterstern nicht sehr viel Wasser. Bei zuviel Wasser fault die Zwiebel. Bis zum deutlich erfolgten Austrieb darf überhaupt nicht gegossen werden.

Licht: Während der Blühphase genügt die im Winter nicht sehr hohe Lichtintensität. Während der Wachstumsphase ist ein heller und gern auch sonniger Standort im Freien ist ideal. Die Lagerung der in Ruhe befindlichen Zwiebeln (d.h. ohne Austrieb) sollte möglichst dunkel erfolgen.

Temperatur: Für den Austrieb ideal ist Zimmertemperatur. Bei bereits gebildeter Blüte sollten es im Interesse einer möglichst langen Blühphase zwischen 15 und 20 °C sein. Danach erfolgt die weitere Kultur bei mindestens 10 °C (gerne wärmer).

Düngung: Nur während der Wachstumsphase im Frühjahr und Sommer sollte etwa einmal pro Woche mit einem beliebigen Volldünger, der nach Herstellervorschrift angesetzt wird, gedüngt werden.

Sonstiges: Ritterstern erhält man im Handel vorzugsweise als Zwiebel, seltener als fertige Pflanze. Die Zwiebel pflanzt man so in einen möglichst kleinen Topf, daß maximal die Hälfte der Zwiebel im Substrat steckt. Nach einiger Zeit bilden sich ein oder zwei Blütenschäfte und kurze Blattstummel. Bis die Blütenschäfte mindestens 20 cm hoch sind, wird nicht gegossen; danach nur sehr sparsam. Nach der Blüte entfernt man die Blütenschäfte radikal. Jetzt ist die Zwiebel ausgelaugt und muß neue Energie tanken. Dazu bilden sich aus den Blattstummeln ziemlich lange Blätter, die reichlich Assimilationsfläche zur Verfügung stellen. Jetzt muß auch gedüngt werden, damit die Zwiebel Nährstoffe einlagern kann. Ein geeigneter, sonniger Standort findet sich im Frühjahr sicher im Freien. Bis zu den Eisheiligen (Ende Mai) beläßt man sie aber besser im Zimmer, da die Zwiebel keinen Frost abbekommen darf. Ab August reduziert man die Wassergaben und stellt sie im September ganz ein. Daraufhin verwelken langsam die Blätter. Den ausgetrockneten Pflanztopf samt Zwiebel oder alternativ die herausgenommene Zwiebel lagert man nun an einem dunklen, kühlen Ort, z.B. im Keller. Im Dezember pflanzt man die Zwiebel in frisches Substrat und das Spiel beginnt von vorne. Geeignet ist jedes wasserdurchlässige und lockere Substrat. Den Pflanztopf sollte man vor dem Befüllen mit Substrat einige Zentimeter hoch mit einer Drainageschicht aus Blähton, Kies, Tonscherben o.ä. versehen.

Verwandte Arten: Amaryllis belladonna, die echte Amaryllis. Im Gegensatz zum Ritterstern werden hier zuerst die Blätter gebildet; erst nachdem diese wieder verwelkt sind, blüht die Pflanze.

Pflanzen auch in der dunklen Jahreszeit gesund erhalten

Im Winter leiden viele Pflanzen unter unzureichender Belichtung. Zusatzbelichtung mit speziellen Pflanzenleuchten kann das Wachstum der Pflanzen deutlich verbessern. Die Pflanzen sind dankbar, wenn sie regelmäßig von Staub befreit werden. Hartlaubige Gewächse sehen besonders attraktiv aus, wenn die Blätter mit BlattglanzSpray besprüht werden. Geringfügige Staubablagerungen sowie Kalkflecken verschwinden wieder und es entsteht ein dauerhafter, seidenmatter Glanz auf den Blättern.
Stärken Sie Ihre Zimmerpflanzen ruhig auch im Winter mit dem Homöopathischen Pflanzen-Elixier.  Denken Sie aber daran, dass die Pflanzen im Winter weniger Wasser verdunsten und schränken Sie die Wassergaben etwas ein.

Fliegende Schädlinge abfangen

Mit Hilfe von Gelb-Stickern können Sie zufliegende Schädlinge an den Pflanzen im Wintergarten einfach erkennen. Auf diese Weise lassen sich Weiße Fliegen, Blattläuse u.a. bereits frühzeitig mit Neudosan® Neu Blattlausfrei* oder Raptol® SchädlingsSpray* bekämpfen.

Trockene Luft

Viele Pflanzen mögen keine Heizungsluft, da die Luftfeuchtigkeit zu niedrig ist. Schäden wie Braunwerden der Blattspitzen und -ränder, Vergilbungen der Blätter und Blattfall können dann auftreten. Auch das verstärkte Auftreten von Schädlingen wie Thripsen, Spinnmilben u.a. in den Wintermonaten wird durch zu trockene Luft begünstigt. Die Luftfeuchtigkeit ist gut durch das Aufhängen von Wasserverdunstern an den Heizungen zu erhöhen. Vielen Pflanzen tut es gut, häufiger mit lauwarmem Wasser besprüht zu werden. Keinesfalls sollte man jedoch versuchen, eine mangelnde Feuchte der Luft durch verstärktes Gießen auszugleichen. Staunässe in der Topferde ist eine häufige Ursache für Wurzelschäden durch pilzliche Krankheitserreger oder das Auftreten von Trauermücken. Vor dem Gießen kontrolliert man am besten die Feuchte der Topferde mit dem Finger, um zu starkes Gießen zu vermeiden.

Achtung: Spinnmilben!

Trockene Heizungsluft und wenig Licht fördern den Befall der Pflanzen mit Spinnmilben. Gerade nah an der Heizung stehende Pflanzen werden häufig zuerst von Spinnmilben befallen. Besonders anfällig sind Ficus-Arten. Verwäumen Sie nicht, Ihre Pflanzen regelmäßig auf einen Befall zu kontrollieren, am besten mit einer Lupe. Spinnmilben lassen sich umweltschonend mit Neudosan® Neu Blattlausfrei* oder Spruzit® Schädlingsfrei*/Raptol® SchädlingsSpray* bekämpfen. Die Mittel sind als Konzentrat oder anwendungsfertig in Sprühflaschen erhältlich.

Schildläuse und Woll- und Schmierläuse

Hartlaubige Gewächse können mit Promanal® AF Neu Schild- und Wolllausfrei*, weichlaubige mit Raptol® SchädlingsSpray* oder mit Spruzit® Schädlingsfrei* von Schildläusen und Wollläusen befreit werden. Die ölhaltigen Präparate wirken gegen die erwachsenen Schädlinge und gegen deren Eier. Da keine schädlichen Stoffe an die Raumluft abgegeben werden, sind sie gut für die Anwendung in Wohnräumen geeignet.

Blüten zu Weihnachten

Die sogenannten Barbarazweige als Blütenschmuck für die Vase werden am 4. Dezember geschnitten und blühen dann ziemlich sicher zu Weihnachten. Am 10. Dezember (Barbara-Tag) geschnittene Zweige blühen meistens zu Silvester und Neujahr. Geeignet als Dekoration für die Vase sind Zweige von Forsythien, Haselsträuchern, Weidenkätzchen, Kornelkirsche, Zaubernuss, Süß- und Zierkirschen sowie Apfel und Zierapfel. Etwas länger als 3 Wochen bis zur Blüte benötigen Mandelbäumchen und Pfirsich.

Silbriger Glanz auf den Blättern ist kein Zeichen von Weihnachtsfreuden!

Viele Pflanzen können von Thripsen befallen werden. Sie rufen durch das Saugen an den Blättern silbrig erscheinende Flecken hervor, wobei häufig kleine schwarze Kottröpfchen auf den Blättern zu finden sind. Besonders gefährdet sind viele Palmenarten und Efeu.
Raptol® SchädlingsSpray* ist ein natürliches Sprühmittel gegen Thripse. Die Pflanzen sollten von allen Seiten gut eingesprüht werden. Es ist ratsam, die Behandlung nach einer Woche zu wiederholen.

*Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen.